Bertrand CezoeLicht wirft keinen Schatten. Ein Schatten entsteht erst dann, wenn sich etwas oder jemand dem Licht in den Weg stellt. Diese Binsenwahrheit sagt jedoch auch verblüffend viel über das Leben aus. Mit der Metapher von Licht und Schatten können unzählige Widersprüche in uns selber erklärt und aufgelöst werden.

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Wie immer man den Begriff „Licht“ auch definiert, die Gesetzmässigkeit des Schattenwurfs bleibt stets erhalten. Wenn man auf einer spirituell höheren Ebene Licht als BigSpirit, Gott oder wie auch immer definiert, so wird der von Dir selber geworfene Schatten kleiner, je mehr Du Dich direkt unter das Licht stellst. Also je näher Du der Quelle kommst, je kleiner wird der Schatten den Du wirfst. Und je mehr Du Dich von der Quelle entfernst, desto grösser und länger wird Dein Schatten. Denke nur an die Sonne um die Mittagszeit und abends. Aber deinen Schatten schleppst Du immer mit Dir herum, egal was Du tust und wo Du bist. Dein Schatten ist immer mit Dir.

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Genau gleich verhält es sich, wenn wir den Begriff „Licht“ für den Zustand, des wahres inneren ICH verwenden. Je mehr Du Dich von Dir selber abwendest, desto länger wird Dein Schatten. Und um bei dieser Metapher zu bleiben: Nur im hellen Licht erkennst Du Unebenheiten, denn sie werfen Schatten auf die Oberfläche. Und nur wenn Du im Licht bist, erkennst Du Deine Unebenheiten. Wenn Du sie aber nicht sehen willst, dann musst Du ganz aus dem Licht heraus gehen. Je dunkler Deine Umgebung ist, umso weniger wirst Du in der Lage sein, Dein wahres Du, zu erkennen. In der Nacht sind alle Katzen grau, sagt der Volksmund.

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Licht und Schatten wiederspiegeln demnach die beiden Pole Deiner Dualität. Du bist weder nur Licht und genauso wenig bist Du nur Schatten. Es braucht auch Mut, aus einem lang andauernden Verbleiben im Schatten, plötzlich ins Licht hinaus zu treten, sich seinem wahren Ich zu stellen und dieses auch wirklich annehmen zu wollen. Wenn Du allerdings dann einmal die Freiheit des Seins im Licht gekostet hast, bringt Dich kaum mehr etwas zurück in den Schatten. Beides gehört zu Dir, Du bist Licht und Schatten, denn jedes menschliche Wesen auf der Erde lebt diese Polarität in der Dualität aus. Die einen vielleicht etwas mehr als die Anderen. Es ist lediglich eine Frage wie weit das Bewusstsein des Einzelnen sich entwickeln konnte und noch erweitern wird.

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Selbstverständlich ist es unser aller Wunsch, „im Licht zu sein“ oder gar selber „Licht zu sein“. Dies ist ja das Bestreben aller selbsternannten Lichtwesen, Lichtarbeiter oder gar Lichtkrieger. Das Wort „selbsternannt“ meine ich hier im wahrsten Sinne des Wortes, denn nur Du selber kannst Dich zu dem machen (und auch ernennen) was Du bist. Du bist ein Lichtwesen, oder Du bist keines. Du kannst zwar so tun, als ob. Aber dann bist Du es nicht. Auch wenn Dich ein Dritter zu einem Lichtkrieger ernennen mag (es gibt bekanntlich solche Sekten), dann bist Du deswegen noch lange kein Lichtwesen. Ein Lichtwesen zu sein, ist immer zuerst SEIN und erst dann vielleicht TUN. Und aus diesem Sein entsteht dann immer mehr Bewusstsein. Je mehr Du Dich Deines Seins bewusst bist, umso heller wird Dein Licht erstrahlen, und umso kürzer werden Deine Schatten, die Dich ewiglich als Freund und Wegweiser begleiten.

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Zu den Begriffen Wesen und Sein möchte ich hier einen kurzen Abschnitt aus dem Buch „Die Identität des Geistes“ von Heinz M. Biederer zitieren: „Im Verfahren zur Identifizierung des Geistes stoßen wir letztlich auf ein Wesen, das wir als das Sein bezeichnen. Dieses Sein ist aber nicht nur ein Wort, sondern dieses Wort steht für ein Wesen. „Wesan“, das altdeutsche Wort für „Sein“, verweist darauf, dass Wesen und Sein eins sind. Das englische Wort „being“ bestätigt wie das französische „être“, um mal Beispiele aus anderen Sprachen anzuführen, die Wesenheit des Seins, denn beide Wörter beinhalten beides: „Wesen und Sein“.

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Sei Dir immer bewusst. Schatten ist immer nur die Abwesenheit von Licht. Nur Schatten sein oder haben, ist alleine nicht möglich. Licht aber kann niemals die Abwesenheit von Schatten sein. Du kannst nicht Dunkelheit in einen hellen Raum bringen, dazu musst Du das sich darin befindliche Licht entfernen indem Du Fenster und Türen verrammelst. Aber schon eine kleine Kerze genügt, um Licht in das dunkelste Verliess zu bringen.

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Schwieriger wird es nun, wenn Du versuchst, Dich bewusst ins Licht zu stellen, oder sogar Licht zu werden, um dadurch Deine Schatten zu „bekämpfen“. Bekanntlich kann niemand über seinen Schatten springen (mal abgesehen von Lucky Luke, der seinen Colt schneller als sein Schatten zieht). Ich bin sogar der Meinung, dass es überhaupt nicht möglich ist, seine Schatten zu bekämpfen oder sogar zu besiegen, weil es ein Kampf gegen sich selber ist. Und einen Kampf gegen Dich selber kannst Du niemals gewinnen, es ist einfach nicht möglich. Ganz im Gegenteil, was immer Du bekämpfst, stärkst Du. Weil Du diesem „was immer es ist“ Deine Aufmerksamkeit gibst und es dadurch energetisch auflädst. Diese Schatten sind Aspekte Deines eigenen Selbst. Nimm diese Aspekte an. Akzeptiere sie, denn dadurch nimmst Du ihnen die Kraft weiterhin auf Dich zu wirken. (Jesus soll gesagt haben: Liebet eure Feine. Damit kann er nicht nur die äusseren Feinde gemeint haben.)

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Es ist aber möglich, ganz bewusst das Licht in Dir zu stärken, Dich als Lichtwesen zu fühlen, es zu sein und dieses Gefühl zu leben. Licht zu sein. Dann werden ganz automatisch die Schatten nach und nach weniger und schwächer. Fokussiere Dich auf das Wünschenswerte in Dir, dann werden diese Aspekte bestärkt und die Schatten verlieren dadurch ihre Kraft. Deshalb werden Lichtkrieger ihren Kampf (den sie wie erwähnt nur gegen sich selber führen) letztendlich immer verlieren, denn nur die Liebe kann gewinnen und dauerhaft bleiben.

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(by Bertrand Cézoé, www.cezoe.com)

DANKE von Herzen lieber Bertrand, dass ich deine GeDANKEn hier mit - teilen darf. Yvonne